Frühmorgens in Essaouira

Ein Spaziergang durch die „Stadt der Winde“

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Ich gehe spazieren in Essaouira. Es ist frühmorgens und die Sonne geht langsam auf. Am Hafen machen sich die Fischer fertig, um hinaus auf’s Meer zu fahren. Um sie herum kreisen ein paar Möwen, die ungeduldig darauf warten, die kleinen blauen Boote zu begleiten in der Hoffnung, dass für sie auch der eine oder andere Fisch abfällt. Die Luft schmeckt und riecht nach Salz. Das Meer ist ruhig – im Gegensatz zu den Tagen davor. Eine weiße Hündin begleitet mich. Ich rede mit ihr und es scheint ihr zu gefallen. Wir schauen den Fischern ein wenig zu. Dann gehen wir weiter. Hinüber zum Strand, wo ein paar junge Marokkaner Fußball spielen. Sie nutzen die Zeit, wo es noch leer ist am Strand, denn einige Stunden später werden hier wieder viele Badelustige sein.

Ein Mann hat sich zum Gebet hingekniet. Für uns Europäer ist dies ein ungewöhnlicher Anblick. Ihn scheinen die Menschen, die hin und wieder vorbeikommen, nicht zu interessieren. Die Hündin hat sich entschlossen, ihre eigenen Wege zu gehen, während ich mich auf eine kleine steinerne Bank setze. Zwei Marokkaner kommen auf mich zu. Wo ich denn die Hündin gelassen hätte, fragen sie mich. Sie hätten mich mit ihr am Hafen gesehen. „Sie scheint etwas Wichtigeres vorzuhaben“, antworte ich. Und dann unterhalten wir uns. Über die Marokkaner, die Europäer und das, was die beiden unterscheidet. Einer von den beiden ist Mathematiklehrer. Wir diskutieren über die Schule, über die Religion und darüber, dass es schön ist, andere Länder kennen zu lernen. Dann ziehen die beiden weiter.

Auch ich stehe auf, um zum „Dar al Bahar“, das ist unsere Unterkunft, zurückzukehren. Mein Weg führt mich die alte, rote Festungsmauer entlang, die von den Portugiesen errichtet wurde. Immer wieder komme ich an kleinen und großen Katzen vorbei. Die Marokkaner mögen Katzen und – obwohl wild – leben die Tiere dennoch nah am Menschen und werden überall toleriert. Sie sitzen unter der Ladentheke, auf den Stühlen im Restaurant oder liegen vor den Eingängen der Häuser.

Es riecht nach Minztee. Ich freue mich nun auf das Frühstück, das ich gleich auf der Dachterrasse des Dars serviert bekommen werde. Die Sonne strahlt. Hin und wieder kreischt eine Möwe. Es ist schön in Essaouira…


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